Schaukel mich in den Schlaf

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Wind in den Haaren. Der Salzgeruch steigt mir in die Nase. Möwengeschrei. Langsam öffne ich die Augen, das Licht blendet und ich merke wie warm es bereits ist. Die Lust auf eine Tasse Kaffee bringt mich schließlich dazu aufzustehen. Glücklicherweise werkelt unser Kapitän Marcello, ein etwas untersetzter, aber vor allem herzlicher Italiener, schon in der kleinen Küche herum. Auf dem Boot, der „Idra II“ ist nicht viel Platz, aber genug um es sich gemütlich zu machen. Natürlich geht man sich zu sechst schon Mal auf die Nerven, aber besonders die ruhige Art von Marcello bringt immer wieder Ruhe in die Gruppe.

Schon als Kind hatte ich das Glück auf Booten einzuschlafen. Ein ganz spezielles Gefühl, dass man gar nicht richtig beschreiben kann. Dieses leichte Schaukeln, der Wind, der dir übers Gesicht streicht. Stimmen, die über das Wasser leise zu dir hinüber wehen.

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Und erst diese Sonnenuntergänge. Unglaublich intensiv nach einem Tag, der anstrengend aber auch schön war. Wenn du ganz viel Sonne aufgesogen hast und dein Körper sich nach Schatten, nach Nacht sehnt. Wenn du nach Aftersuncreme riechst, deine Haare vom Wind und Salzwasser zerzaust sind und es dir einfach komplett egal ist, wie du aussiehst. Wenn du da sitzt, ein Glas Wein in der Hand. Der Duft von frischer Pasta steigt in deine Nase…

Manchmal kann ich gar nicht glauben wie schön diese, unsere Welt eigentlich ist. Viel zu selten nehme ich mir die Zeit um wertzuschätzen, wie gut es mir eigentlich geht. Mich mal richtig umzuschauen und all das Kostbare um mich herum wahrzunehmen. Die Sonne zum Beispiel, wie sie blutrot untergeht und dabei so herzzerreißend schön aussieht. Oder den Geschmack von frischen Muscheln, die gerade erst aus dem Meer gezogen wurden. Das Lachen meines Vaters, mit dem ich, wenn ich ehrlich bin viel zu wenig Zeit verbringe.

All das. Unbezahlbar. Einzigartig. Werde all diese Eindrücke und Gefühle erst später so richtig verarbeiten können. 

KROATIEN-1264©Maximilian Höll

6 Gedanken zu “Schaukel mich in den Schlaf

  1. Super gut geschrieben! Ich beneide dich ein bisschen, dass du das so genießen kannst – ich bin auf dem Boot immer alles andere als entspannt… aber der Beitrag lässt mich super an deinen Gefühlen dabei teilhaben ☺️

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    1. Haha, ich weiß was du meinst..auf dem Boot wird es schnell mal stressig und eng. Aber dieser Blick aufs Meer löst schon ein unglaubliches Freiheitsgefühl bei mir aus..und erst der Sternenhimmel 🙂 wunderschön

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