Schönheitsideale – Part III

Manchmal gibt es diese Tage, da schau ich in den Spiegel und denke „hey, gar nicht schlecht“. Dann finde ich mich hübsch, sexy und sehe eine selbstbewusste junge Frau. Ich finde meine Kurven schön, meine Nase nicht zu groß und es stört mich nicht, dass ich ein paar Dellen am Hintern habe.

An anderen Tagen will ich am liebsten gar nicht in den Spiegel blicken. „Diesen Rock kannst du wirklich nicht anziehen“, geht mir dann durch den Kopf. Manchmal erschrecke ich mich richtig, was ich denke. Wie ich mich selbst runter mache. Woher kommt das? Wieso finde ich mich an einem Tag hübsch und am anderen hässlich?

Früher, in meiner Jugend, war ich dünn. Super dünn. Ich konnte essen was ich wollte, habe mir über Ernährung oder Sport nie Gedanken gemacht. Dann kam ein längerer Auslandsaufenthalt in Amerika und mein Stoffwechsel änderte sich. Ich bekam Brüste und einen Hintern. Zum Glück, wie ich heute finde. Doch damals war die Veränderung meines Körpers schwierig für mich. Meine Mutter warf mir auf einmal komische Blicke zu, als ich mir eine zweite Portion Nudeln nahm. Klamotten passten nicht mehr.

Der Tiefpunkt war dann 2012 mit zehn Kilo mehr als heute. Dabei tut das genaue Gewicht gar nicht zur Sache. Viel wichtiger: ich fühlte mich nicht mehr wohl in meinem Körper. Eine schwieriges Jahr in meinem Leben. Da war ganz viel Leere. Im Nachhinein kann ich gar nicht mehr sagen, wann und warum ich so viel zugenommen habe. Wenn ich mir heute Fotos von damals ansehe, sehe ich zwar ein aufgesetztes Lachen, aber tief drinnen war ich nicht zufrieden mit mir. Fühlte mich eher verloren.

Die Kilos habe ich nach und nach wieder verloren. Das lag entscheidend daran, dass ich wieder ich war. Es ist einfach so: Zufriedenheit kommt von innen und außen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich aber bis heute nicht den perfekten Weg für mich gefunden. Ich strauchle immer noch mit mir. Mit dem, was die Gesellschaft schön findet. Mit dem was ich selbst schön finde. Bin immer am kritischsten mit mir selbst. Es liegt noch ein langer Weg vor mir, bis ich da bin wo ich einmal hin will. Ich möchte mehr von den Tagen haben, wo ich mich mag, ja sogar liebe. Mein Ziel für die nächsten Jahre: liebe dich und deinen Körper und scheue nicht davor, das auch offen zuzugeben!

Ich kenne leider viele Frauen, die mit sich hadern. Die mich in dem was ich hier schreibe bestätigen. Das finde ich unglaublich schade. Denn wenn ich sie so betrachte, sehe ich wunderschöne Individuen. Vielleicht sind sie für die Gesellschaft nicht perfekt, aber jede von ihnen hat ihre Vorzüge und ich liebe jede Einzelne dafür wie sie ist. Klein, groß, kurvig, dünn, Stupsnase, Zahnlücke…

 

3 Gedanken zu “Schönheitsideale – Part III

  1. Die Zufriedenheit mit sich selbst ist echt wichtig, ich bin momentan auch nicht so zufrieden, aber ich geb mir Mühe mich besser zu ernähren und wieder regelmäßiger in den Sport zu gehen, dann fühle ich mich besser und wenn dann die Lieblingssachen besser passen ist das Ziel erreicht 😊

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  2. Geht mir ähnlich – an einem Tag denke ich, boah du siehst gut aus! Am nächsten wieder – hey ne das geht gar nicht. Ich hab bis vor drei Jahren noch 15 Kilo mehr gewogen und auch wenn ich jetzt eine gute Figur habe, bin ich dennoch nicht hundert Prozent zufrieden 🙂

    Liebe Grüße,
    Rebecca

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