Liebe auf den zweiten Blick

hello beau

Wenn ich heute mein Tagebuch von früher lese, erschrecke ich mich darüber, wie oft ich unglücklich war. Wegen einem Typen. Meine ganze Schulzeit war ich auf der Suche nach „dem Einen“. Heute ist mir klar, es lag nicht an mir. Ich glaube sogar, ich war einfach schon immer irgendwie zu weit für gleichaltrige Jungs. Oft fand ich sie nervig, kindisch oder unreif. Und ganz entscheidend: es fehlte ihnen der nötige Respekt für eine Frau.

Auch nach dem Abi wurde es mit dem anderen Geschlecht nicht wirklich besser. Natürlich wurde ich selbstbewusster, habe Erfahrungen gemacht und dazu gelernt. In dieser Zeit habe ich viele Frösche geküsst. Männer, die sich nicht binden wollten. Männer, die egoistisch waren und mich benutzt haben. Männer, denen Spaß über alles ging. Denen die Gefühle des Gegenübers scheiß egal waren. Typen, die dir einerseits die Welt versprechen und dir am nächsten Tag das Herz zu brechen.

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Mein Fehler damals: immer zuerst an mir zu zweifeln und dann erst am Anderen. Dabei weiß ich heute, ich hätte 90/60/90, witzig, nett und sexy sein können…egal! Diese Typen wollten niemand an sich ran lassen, bloß keine Gefühle zulassen und waren jeder auf seine eigene Weise verkorkst. Wie gerne würde ich heute zu meinem 18-Jährigen Ich reisen und sagen: „Hey, mach dein Ding. Geh deinen Weg. Der Richtige wird kommen. Verschwende deine Zeit und Energie bloß auf niemanden, der es nicht wert ist“. Denn versteht mich nicht falsch, keine meiner Erfahrungen bereue ich. Der Schmerz, die Niederlagen waren wichtig. Dadurch bin ich heute erst die, die ich bin. Aber die Stunden, die ich mir den Kopf über Mr.X zerbrochen habe, die hätte ich auch für etwas Sinnvolles einsetzen können. Lesen zum Beispiel. An meiner Zukunft arbeiten. Reisen. Party machen. Damals dachte ich wirklich, dass ich nie jemanden finden werde, der mich so nimmt wie ich bin. Heute bin ich schlauer.

Es war der erste Sommer in Passau. Knapp zwei Monate war ich nun schon in der Stadt, hatte die Zeit meines Lebens. War ungebunden, frei und genoss es einfach nur auf mich zu schauen. Ich kannte ihn bereits durch eine gemeinsame Freundin, doch erst interessierte ich mich gar nicht für ihn. Er, blond, muskulös und Jurist, war doch so gar nicht mein Typ. Bei einem Sommerfest kamen wir dann das erste Mal richtig ins Gespräch. Er fackelte nicht lange und fragte mich nach einem Date. Kurze Zeit später waren wir ein festes Paar. Das ist nun schon über vier Jahre her…

IMG_1701©Katharina Höll

(Die Fotos zu diesem Blogeintrag sind im Schloss Sanssouci in Potsdam entstanden.)

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