2017 – ein Rückblick

Weniger als 5 Wochen bis Weihnachten. Schon wieder. Ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende zu. Vielleicht ist es für einen Jahresrückblick noch zu früh. Die Gedanken packen mich trotzdem schon jetzt.

Ich sitze am Schreibtisch im Haus meiner Eltern in Oberbayern. Draußen schneit es seicht vor sich hin, der Himmel ist grau, die Wolken hängen tief und am Horizont lassen sich die Konturen der bayrischen Alpen maximal erahnen.

Während ich mich erfolgreich davor drücke, meine Abschlussarbeit für das Studium zu Ende zu bringen, berauscht mich das klassische Kurz-vor-Weihnachten-Silvester-Neujahr-Gefühlschaos. Es überfordert mich. Dabei gibt es hierfür keinen Grund. Weihnachten ist doch nichts anderes, als ein paar freie Tage, die man im trauten Kreise der Familie verbringt und an denen man zu viel isst und trinkt. Und Silvester, Neujahr? Naja. Es verstreicht eben wieder ein Tag, ein Jahr im Kalender. Wieso machen wir hieraus so einen großen Terz? Vermutlich, weil wir jedes Jahr erneut in uns kehren und mal alles an die Oberfläche lassen, was sich über die Zeit angestaut hat.

Ich versuche mich daran zu erinnern, welche Vorsätze ich mir für das Jahr 2017 gesetzt hatte, um zu evaluieren, wie viele von diesen ich in den letzten 6 Wochen vielleicht noch umsetzen kann. Vermutlich gar keine, denn die meisten Vorsätze schafft man niemals, oder man hat keinen großen Einfluss darauf, oder man hat sie sich um kurz nach Mitternacht betrunken gesetzt und kann sich sowieso nicht daran erinnern.

Für mich war 2017 ein verrücktes Jahr. Vor allem war es aufregend. Ich war auf so vielen Reisen: Skifahren in der Schweiz, mein 25. Geburtstag in New York, Leipzig, Berlin, Nizza, Hamburg, Segeln in Schweden, Tegernsee, Köln, Düsseldorf, Griechenland, Barcelona, …. ich kann es gar nicht alles auflisten. Nach so vielen Höhepunkten fühle ich mich irgendwie leer.

In 10 Tagen gebe ich meine Arbeit ab und mein Studium ist vorbei. Nach so vielen Jahren, Prüfungen, Hürden, Tränen, Ich-breche-alles-ab-Momenten, habe ich es geschafft. Darf mich dann (Diplom-)Juristin nennen. Wow. In mir herrscht trotzdem Chaos. Eine gewisse Orientierungslosigkeit macht sich breit.

Ich laufe zur Kaffeemaschine, irre ziellos durch das Haus, weiß nicht wohin. Weiß nicht was ich denken, was ich fühlen soll. Viele alte Erinnerungen kommen hoch. Ich denke an ihn, weiß aber gar nicht wieso. Es ist so lange her. Die Zeit rennt mir davon, gib mir etwas, womit ich sie aufhalten kann, in ein paar Jahren bin ich 30, ich will das alles nicht.

Ich lege mich hin, versuche die Augen zu schließen, und zur Ruhe zu kommen. Keine Chance. Meine Synapsen feuern Gedanken kreuz und quer – glückselige Erinnerungen, schamvolle Ereignisse, die ich gut und gerne verdränge, Angst, Sorgen, keine Kontrolle.

Am liebsten würde ich ins Auto steigen, die 80 km in die Berge fahren, dabei dem Schnee zusehen, wie er auf den Asphalt fällt und sich in Wassertropfen auflöst. Irgendwas hält mich davon ab.

Ein Gedanke zu “2017 – ein Rückblick

  1. Ich kann deine Gefühle so gut nachvollziehen, ich glaube die sind irgendwie typisch für diese Zeit im Jahr. Man ist dann generell so unzufrieden, mit allem was man erreicht hat. Aber das ändert sich dann im neuen Jahr wieder & man hat neue Motivation. xxx

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