Innen immer unruhig – Teil I

Innere Unruhe, Rastlosigkeit, das ist doch ganz normal. Hat doch jeder Mal, denke ich mir. „Mal“ ist in diesem Gedanken der Knackpunkt, der Wendepunkt, da, wo es für mich in eine andere Richtung geht, als für andere.

So genau kann ich gar nicht sagen, seit wann oder wieso oder wieso immer noch. Jedenfalls befinde ich mich dauerhaft, quasi permanent, in einem Strudel innerer Unruhe und Rastlosigkeit. Das zu erkennen hat mich natürlich etwas Zeit und Reflexion gekostet, es zu erklären oder beschreiben fällt mir nach wie vor nicht leicht, denn ich bin ja daran gewöhnt, weiß also manchmal gar nicht so genau, was davon noch normal ist und was nicht.

Es geht los mit einem Zustand oder einem Symptom, das heutzutage das schicke englische Kürzel „Fomo“ trägt, also Fear of Missing Out, zu Deutsch die Angst, etwas zu verpassen. Dass ich unter akuter Fomo leiden könnte, kam mir eigentlich nie in den Kopf, denn – und hier ist ein Clue – ich verpasse ja nie etwas. Lunch? Kaffee? Dinner? Drinks? Party? You name it, irgendwo bin ich immer. Wie soll da auch eine Angst entstehen, etwas zu verpassen, sage ich und lache kurz. Aber genau hier muss ich stoppen, Pause drücken und mich fragen, warum ich denn nichts verpasse.

Um der Frage näher auf den Grund zu gehen, habe ich versucht (denn mehr als das Versuchsstadium hat mein Experiment bislang nicht erreicht), einfach mal nichts zu machen. Leuten abzusagen, Nein zu sagen, zuhause zu bleiben, nichts zu tun, Netflix zu schauen. Ist doch total geil, sagt doch jeder, einfach mal chillen und am nächsten Tag fit aufwachen. Klingt ja easy, muss mich doch nur in Sweatpants auf mein Sofa setzen und mich berieseln lassen. Aber genau das kann ich nicht. Oder will es nicht. Oder gebe zu schnell auf.

Schlussendlich stehe ich dann doch wieder auf, oder setze mich gar nicht erst hin. Schminke mich, werfe schnell ein nettes Outfit an und marschiere, pulsiert von dem Abenteuergefühl, das mich jedes mal berauscht, in Richtung Ungewiss, dunkle Nacht, Spaß. Wenn ich am nächsten Tag gefragt werde, ob ich es bereue, nicht einfach auf der Couch geblieben zu sein, sage ich meistens verständnislos „Nein!“. Das Problem an der Sache ist aber, dass ich – um es bereuen zu können – die Kehrseite kennen müsste, um diese rückblickend präferieren zu können. Die kenne ich aber nicht.

Fortsetzung folgt.

2 Gedanken zu “Innen immer unruhig – Teil I

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